www.auto-innovationen.com
26
'25
Written on Modified on
KI-gestütztes Cockpit beschleunigt softwaredefinierte Fahrzeuge
Bosch stellt eine KI-basierte Cockpit-Architektur vor, die kontextbewusste Interaktion, skalierbare Software-Updates und neue Infotainment-Erlösmodelle für Automobilhersteller ermöglicht.
www.bosch.com

Bosch hat ein KI-gestütztes Cockpit-Konzept vorgestellt, das das Fahrzeug in ein kontextbewusstes, selbstlernendes System verwandelt, sich an das Verhalten der Fahrenden anpasst und eine schnellere Umsetzung softwaredefinierter Fahrzeugfunktionen ermöglicht.
Vom Benutzerinterface zum intelligenten Fahrzeugpartner
Mit dem neuen KI-Cockpit positioniert Bosch das Fahrzeug als intelligentes System, das Routinen, Präferenzen und die jeweilige Situation der Fahrenden versteht. Zu den Kernfunktionen zählen ein KI-Sprachassistent mit vorausschauender Interaktion, eine umfassende Szenenerkennung im Innenraum, präzise Navigation sowie integrierte Entertainment-Dienste. Natürliche Sprache ersetzt dabei Einzelbefehle: Eine Aussage wie „Mir ist kalt“ kann koordinierte Aktionen über mehrere Fahrzeugdomänen auslösen – etwa Sitzheizung und Klimatisierung gleichzeitig.
Dieser Ansatz steht für den Übergang zu softwarezentrierten Fahrzeugarchitekturen, in denen domänenübergreifende Orchestrierung isolierte Komfort- oder Infotainmentfunktionen ablöst.
Marktausblick und Umsatzziele
Bosch rechnet mit starkem Wachstum bei KI-gestützten In-Vehicle-Infotainment-(IVI)-Lösungen. Prognosen von Marktforschungsinstituten wie Grand View Research und MarketsandMarkets zufolge könnte der globale Markt bis 2030 ein Volumen von rund 17 Milliarden Euro erreichen. Bosch strebt an, daran maßgeblich zu partizipieren, und erwartet bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz mit KI-Cockpits und IVI-Lösungen – mit dem Ziel, zu den drei führenden Anbietern weltweit zu gehören.
KI-Funktionen für heutige Fahrzeuggenerationen
Ein zentrales Element ist die neue KI-Extension-Plattform, mit der sich fortschrittliche KI-Funktionen auch in bestehende Fahrzeuggenerationen integrieren lassen – ohne Änderungen an Hardware oder Systemarchitektur. Herzstück ist das NVIDIA DRIVE AGX Orin System-on-Chip, das zusätzliche 150 bis 200 Tera-Operationen pro Sekunde (TOPS) für In-Cabin-KI bereitstellt.
Die kompakte Einheit wird über Standard-Strom- und Ethernet-Schnittstellen angebunden und unterstützt aktive Luft- oder Flüssigkeitskühlung. Durch die Nutzung der Industriestandard-Plattform NVIDIA CUDA können Automobilhersteller eigene KI-Modelle und -Agenten flexibel integrieren.

KI-Software-Stack und Ökosystem-Integration
Zur Beschleunigung von Entwicklung und Rollout nutzt Bosch das NVIDIA-Software-Ökosystem, darunter das NVIDIA NeMo Framework für das Management des gesamten KI-Lebenszyklus. Dies ermöglicht fortschrittliche In-Cabin-Anwendungen wie Echtzeit-Sensorverarbeitung und Vision-Language-Modelle. Kontextverständnis, mehrstufiges Schlussfolgern und natürliche Sprachinteraktion werden durch NVIDIA Nemotron Modelle unterstützt.
Parallel dazu arbeitet Bosch mit Microsoft zusammen, um Microsoft Foundry und Microsoft-365-Dienste ins Cockpit zu integrieren. So wird das Fahrzeug zum mobilen Arbeitsplatz, ohne Sicherheitsanforderungen zu beeinträchtigen. Sprachbasierte Interaktionen erlauben etwa den Beitritt zu Microsoft-Teams-Calls, während das Fahrzeug proaktiv Assistenzfunktionen wie den adaptiven Tempomaten anpasst, um die kognitive Belastung zu reduzieren.
Produktivitätsanwendungen und Sicherheitsintegration
Das KI-Cockpit soll unproduktive Fahrzeiten – insbesondere für Pendelnde und Vielfahrende – in nutzbare Arbeitszeit verwandeln. Durch die intelligente Verknüpfung von Produktivitätsanwendungen mit Fahrzeugdomänen priorisiert das System Sicherheit und minimiert Ablenkung. Die domänenübergreifende Orchestrierung sorgt dafür, dass Infotainment, Assistenzsysteme und Interaktion dynamisch an die Fahrsituation angepasst werden.
Präsentation und Ausblick
Bosch wird das KI-gestützte Cockpit und die KI-Extension-Plattform erstmals öffentlich auf der CES 2026 in Las Vegas präsentieren. Die Lösung unterstreicht Boschs Strategie, KI-Softwareplattformen als zentralen Wachstumstreiber im Übergang zu softwaredefinierten Fahrzeugen zu etablieren – mit kontinuierlicher Funktionserweiterung, kürzeren Innovationszyklen und neuen digitalen Geschäftsmodellen für Automobilhersteller.
www.bosch.com
Fordern Sie weitere Informationen an…

