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MAN und TIP Group schließen 160-Mio.-Euro-Lkw-Rahmenvertrag
Dreijahresvertrag umfasst bis zu 1.800 Diesel- und Elektro-Lkw in 18 europäischen Ländern für Leasingflotten und den operativen Einsatz.
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Große Leasing-Rahmenverträge können die Flottenerneuerung in Europa beschleunigen, weil Spezifikationen über mehrere Märkte hinweg vereinheitlicht und Beschaffungszyklen verkürzt werden. MAN Truck & Bus hat mit der TIP Group einen neuen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 1.800 Lkw geschlossen, inklusive Diesel- und batterieelektrischer Modelle.
Mehrländer-Rahmenvertrag: bis zu 600 Fahrzeuge pro Jahr
Der Vertrag sieht Lieferungen von bis zu 600 Fahrzeugen pro Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren vor, insgesamt bis zu 1.800 Fahrzeuge in allen Gewichtsklassen von 7,5 bis 42 Tonnen. Der Rahmenvertrag gilt in 18 europäischen Ländern und umfasst sowohl konventionell angetriebene als auch batterieelektrische Lkw. MAN und TIP beziffern den Wert der Vereinbarung auf bis zu 160 Millionen Euro.
Für TIP als unabhängiges Nutzfahrzeug-Leasingunternehmen und Full-Service-Anbieter für Equipment-Lösungen passt Umfang und geografische Breite zur Praxis paneuropäischer Flotten: standardisierte Fahrzeuge, die flexibel auf Kunden, Einsatzprofile und regulatorische Anforderungen verteilt werden können, ohne die Beschaffung in jedem Land neu aufzusetzen.
Diesel und Elektro im selben Beschaffungsmodell
Dass Diesel- und batterieelektrische Lkw im selben Rahmenvertrag gebündelt werden, spiegelt die aktuelle Transformationsrealität in vielen Flotten wider. Betreiber benötigen häufig Mischflotten, abhängig von Streckenprofil, Ladeinfrastruktur und Total Cost of Ownership. TIP baut sein Zero-Emission-Angebot seit 2024 aus und gibt an, als erstes Leasingunternehmen eine signifikante Anzahl an MAN eTGX-Langstreckenfahrzeugen in seine Flotte integriert zu haben.
Aus Planungssicht kann die Integration von E-Lkw in ein Leasing-Framework die Einführung erleichtern, weil Fahrzeugverfügbarkeit, Service- und Austauschkonzepte innerhalb eines Vertragsrahmens abgebildet werden, statt Elektrifizierung nur als Pilotprojekt separat zu behandeln.
MAN-Portfolio: von Fernverkehr bis Kommunaleinsatz
MAN deckt mit seinem Lkw-Portfolio Anwendungen im Fernverkehr, Bau, Distributionslogistik und kommunalen Bereich ab. Kundenseitig kann zwischen Diesel- und Elektroantrieb gewählt werden: Dieselmodelle decken 7,5 bis 255 Tonnen ab, Elektrofahrzeuge 12 bis 42 Tonnen. Damit lassen sich Fahrzeugtypen je nach Nutzlastklasse und Einsatzprofil kombinieren.
Diese Breite ist auch in einem digitalen Supply-Chain-Kontext relevant, in dem Verfügbarkeit und Servicefähigkeit in verteilten Flotten über Ländergrenzen hinweg ebenso wichtig sind wie die Wahl des Antriebsstrangs.
Effizienzkennzahlen für den neuen Diesel-Antriebsstrang
Im Dieselbereich hebt MAN den PowerLion-Antriebsstrang hervor, bestehend aus D30-Motor, TipMatic 14-Getriebe und aerodynamischen Optimierungen. Dafür wird eine Effizienzsteigerung von bis zu 5 % weniger Kraftstoffverbrauch und CO₂-Emissionen im Vergleich zum Vorgängermodell angegeben.
Für eine Standard-Sattelzugmaschine im Fernverkehr beziffert MAN das Einsparpotenzial über die gesamte Lebensdauer auf rund 35 Tonnen CO₂ sowie bis zu 20.000 Euro Betriebskosten. Solche quantifizierten Effekte sind im Leasingkontext relevant, weil Effizienzgewinne direkt auf kalkulierbare Betriebskosten einzahlen und auch Restwertannahmen stabilisieren können.
Reichweiten- und Lade-Roadmap bis 2026
Für batterieelektrische Lkw positioniert MAN sein modulares Batteriekonzept als Grundlage für unterschiedliche Einsatzprofile. Genannt werden Reichweiten von bis zu 310 km für den leichten eTGL sowie bis zu 830 km für die schweren eTGX und eTGS, abhängig von Konfiguration und Anwendung.
Der eTGX und der eTGS sind serienmäßig mit CCS-Anschluss ausgestattet und unterstützen eine Ladeleistung von bis zu 375 kW. Zusätzlich kündigt MAN an, dass diese Modelle ab Frühsommer 2026 auch mit Megawatt Charging bis zu 750 kW verfügbar sein werden. Für den Fernverkehr ist das relevant, da Ladezeiten und Standzeiten die Einsatzplanung direkt begrenzen können.
Produktionsflexibilität in der Übergangsphase
MAN gibt an, dass Diesel- und Elektro-Lkw auf derselben Linie im Werk München produziert werden. Für Leasinggesellschaften und Flottenbetreiber kann eine gemeinsame Fertigungslinie wichtig sein, weil sich Beschaffung und Lieferfähigkeit schneller an Marktveränderungen und regulatorische Vorgaben anpassen lassen, ohne auf separate Kapazitätsverschiebungen angewiesen zu sein.
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