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MAN startet batterieelektrische eTruck-Routen in der Inbound-Logistik mit Kloiber
MAN eTGX fährt reguläre Nürnberg–München-Umläufe mit ausgebauter 400–500-kW-Ladeinfrastruktur zur Dekarbonisierung der automobilen Inbound-Transporte.
www.man.eu

Inbound-Logistik zählt zu den anspruchsvollsten Bereichen bei der Dekarbonisierung industrieller Transportketten, da Routen fest definiert sind, Zeitfenster eng getaktet und Ladeprozesse nahe an Entladestellen erforderlich sind. Kloiber hat die ersten MAN eTrucks für das Inbound-Transportnetz von MAN in Betrieb genommen – mit regelmäßigen Einsätzen des MAN eTGX zwischen den Werken Nürnberg und München.
Elektrifizierung eines hochfahrleistungsintensiven Inbound-Netzes
Das Inbound-Logistiknetz von MAN umfasst bis zu 165 Millionen Kilometer pro Jahr, wodurch jede elektrifizierte Transportrelation einen messbaren Beitrag zur Emissionsreduktion leisten kann. Die ersten eingesetzten Fahrzeuge sind Teil eines geplanten Hochlaufs von insgesamt 15 MAN eTrucks, die Kloiber für Inbound-Verkehre betreiben soll.
Die initiale Relation verläuft zwischen MAN-Standorten in Nürnberg und München. Eine Rundfahrt umfasst rund 328 km; die Fahrzeuge absolvieren vier bis sechs Rundfahrten pro Tag. Daraus ergibt sich eine tägliche Laufleistung von etwa 1.300 bis 1.900 km im Betrieb. Durch lokal emissionsfreies Fahren und das Laden mit 100 % Grünstrom werden Einsparungen von bis zu 566 Tonnen CO₂ pro Jahr genannt.
MAN und Kloiber kündigten zudem an, die Zusammenarbeit im Bereich elektrischer Transporte schrittweise auszubauen.
Schnellladen näher an die Entladestellen verlagert
Damit BEV-Lkw in eng getakteten Inbound-Prozessen funktionieren, sind Ladeverfügbarkeit und Durchlaufzeiten zentrale Betriebsparameter. MAN hat daher die Ladeinfrastruktur an den Werksstandorten Nürnberg und München ausgebaut, um schnelles Laden nahe der Entladestellen zu ermöglichen.
Im MAN Service Center München-Karlsfeld wurden vier High-Power-Charging-Stationen installiert, jeweils mit bis zu 400 kW Ladeleistung. Die Flächen sind so ausgelegt, dass auch Sattelzüge und Gliederzüge ausreichend Rangier- und Durchfahrraum haben, wodurch An- und Abfahrprozesse beim Laden vereinfacht werden.
Zusätzlich wurde auch der Standort Dachau mit entsprechender Ladeinfrastruktur ausgestattet.
Eigenes Ladeareal für Nutzfahrzeuge in Petershausen
Ergänzend zur Werksinfrastruktur hat Kloiber in Petershausen (nahe Dachau) einen eigenen Ladepark für Nutzfahrzeuge aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Anlage umfasst 10 Ladepunkte, jeweils mit bis zu 500 kW.
Für den Inbound-Betrieb kann dies zusätzliche Flexibilität schaffen, indem Ladeprozesse außerhalb der Werksgrenzen möglich werden – etwa zur Pufferung von Abfahrten, zur Zwischenladung oder zur Tourenplanung über mehrere Umläufe hinweg.
Ultra-Low-Liner-Ausführung für Volumenanforderungen in der Automobillogistik
Zum Einsatz kommt der vollelektrische MAN eTGX. MAN hebt insbesondere die Ultra-Low-Liner-Variante als geeignete Konfiguration für die Automobillogistik hervor, in der das Ladevolumen häufig durch Trailergeometrien begrenzt ist.
Die Ultra-Low-Liner-Spezifikation umfasst eine Sattelhöhe von 950 mm sowie einen kurzen Radstand von 3,75 m. Damit lassen sich Auflieger mit einer Innenhöhe von bis zu 3 m nutzen – ein relevanter Parameter zur Maximierung des Ladevolumens in automobilen Lieferströmen.
Ausschreibung und Routenwahl anhand von Reichweiten- und Energiedaten
MAN hat Anfang 2025 eine Ausschreibung zur Nutzung batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) auf den ersten knapp 40 Routen der eigenen Inbound-Logistik gestartet. Kloiber wird acht Routen betreiben; weitere acht Routen wurden an andere Logistikunternehmen vergeben. Weitere Ausschreibungen sollen sukzessive folgen, zusätzliche Vergaben sind bis Ende 2026 vorgesehen.
MAN Transport Solutions unterstützte die Umstellung durch Routenbewertung und Ausschreibungsmanagement, einschließlich tourenspezifischer Reichweiten- und Energieverbrauchsdaten, individueller Ladekonzepte je Route sowie Umsetzungs-Empfehlungen für den BEV-Einsatz – ein Ansatz, der sich in Richtung einer energie- und datenbasierten digitalen Lieferkette für Transportprozesse einordnet.
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