Nehmen Sie an unseren 155000 IMP Followern teil

www.auto-innovationen.com

Einsatz von hydriertem Pflanzenöl in der Herstellung von Dieselfahrzeugen

Die BMW Group integriert 100 Prozent reines hydriertes Pflanzenöl in den Erstbefüllungsprozess von Verbrennungsmotoren, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren.

  www.bmw.com
Einsatz von hydriertem Pflanzenöl in der Herstellung von Dieselfahrzeugen

Die BMW Group hat den Einsatz von HVO 100, einem paraffinischen Kraftstoff, für die Erstbefüllung von Dieselfahrzeugen eingeführt, die an ihren deutschen Produktionsstandorten gefertigt werden. Diese Integration erneuerbarer Kraftstoffe in die automobile Lieferkette zielt darauf ab, die Treibhausgasemissionen im Pkw- und Schwerlastlogistiksektor zu reduzieren.

Technische Eigenschaften und Emissionsreduzierung
Der Einsatz von hydriertem Pflanzenöl steht in direktem Zusammenhang mit dem Übergang zu einem Ökosystem erneuerbarer Kraftstoffe in der Automobilproduktion. HVO 100 besteht aus 100 Prozent reinem hydriertem Pflanzenöl, das aus Abfall- und Reststoffen wie gebrauchten Speiseölen gewonnen wird, ohne den Einsatz von Palmöl oder konventionellem Biodiesel. Technische Bewertungen zeigen, dass der Kraftstoff die CO₂e-Emissionen im Vergleich zu fossilem Dieselkraftstoff um etwa 90 Prozent reduziert. Die chemischen Eigenschaften dieses paraffinischen Dieselkraftstoffs bieten spezifische technische Vorteile, darunter ein verbessertes Kaltstartverhalten sowie eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen mikrobielle Verunreinigungen, die aufgrund des hohen Reinheitsgrades des Raffinationsprozesses häufig als „Dieselpest“ bezeichnet werden. Die seit März 2015 produzierten Dieselmotoren der BMW Group erfüllen die europäische Kraftstoffnorm EN 15940 und sind für den Betrieb mit dieser Kraftstoffformulierung freigegeben.

Rohstoffversorgung und regulatorischer Rahmen
Der Ausbau einer klimaneutralen Kraftstoffinfrastruktur basiert auf einer vielfältigen Rohstoffversorgung. Eine im Februar 2026 von Organisationen, darunter das Institut für Kolbenmaschinen und das Deutsche Biomasseforschungszentrum, veröffentlichte Studie zeigt, dass die Rohstoffbasis weit über gebrauchte Speiseöle hinausgeht und auch land- und forstwirtschaftliche Reststoffe, Stroh, Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie sowie Zwischenfrüchte umfasst. Den Daten zufolge könnte die Nutzung dieser regional verfügbaren Rohstoffe unter bestimmten Szenarien mit hohen Erträgen bis zum Jahr 2040 eine vollständige Versorgung des europäischen Straßenverkehrs ermöglichen. Parallel zu diesen Prognosen entwickeln sich auch die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter. Die Industrie setzt sich im Rahmen der Richtlinie über erneuerbare Energien der Europäischen Union (RED IV) für Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 90 Prozent bis 2040 und um 100 Prozent bis 2050 im Straßenverkehr ein.

Kommerzielle Verfügbarkeit und Integration in die Logistik
Das Vertriebsnetz für diesen paraffinischen Dieselkraftstoff umfasst mehr als 8.300 Tankstellen in Europa. Die behördliche Zulassung für den Verkauf in Deutschland wurde Ende Mai 2024 erteilt. Neben dem Einsatz in Pkw wird der Kraftstoff auch im Schwerlastverkehr innerhalb der Werkslogistik verwendet. Seit März 2023 verkehren vier vom Logistikdienstleister Guggemos betriebene Lkw im kontinuierlichen Einsatz zwischen Landau an der Isar und dem BMW-Werk München. Später wurde die Flotte um sechs weitere von DB Schenker betriebene Lkw erweitert. Diese absolvieren Rundfahrten von 40 Kilometern zwischen dem Versorgungszentrum in Eching und dem Werk München und belegen damit die Praxistauglichkeit von hydriertem Pflanzenöl in anspruchsvollen Lieferketten.

Zusätzlicher Kontext:
Dieser Abschnitt enthält technische Spezifikationen und Wettbewerbsvergleiche, die in der ursprünglichen Produktankündigung nicht enthalten waren

Im Bereich alternativer Kraftstoffe konkurriert HVO 100 mit herkömmlichem Biodiesel, auch bekannt als Fettsäuremethylester (FAME), sowie mit synthetischen E-Fuels. Während FAME aufgrund seines Sauerstoffgehalts und seiner Neigung zur Beeinträchtigung von Motordichtungen üblicherweise auf Beimischungsanteile zwischen 7 und 20 Prozent begrenzt ist, stellt HVO einen sogenannten Drop-in-Kraftstoff dar, der die Anforderungen der Norm EN 15940 für paraffinische Dieselkraftstoffe erfüllt. HVO enthält weder Sauerstoff noch aromatische Kohlenwasserstoffe und kann daher in kompatiblen Motoren zu 100 Prozent ohne technische Modifikationen eingesetzt werden. Darüber hinaus liegt die Cetanzahl von HVO typischerweise über 70, während fossiler Dieselkraftstoff Werte zwischen 51 und 55 erreicht. Dies führt zu einer effizienteren Verbrennung. Im Vergleich zu E-Fuels, die aus abgeschiedenem Kohlendioxid und grünem Wasserstoff synthetisiert werden, profitiert HVO von einer ausgereiften Produktionsinfrastruktur und niedrigeren Herstellungskosten pro Liter. E-Fuels besitzen jedoch ein höheres theoretisches Skalierungspotenzial, da ihre Produktion nicht durch die geografische Verfügbarkeit von Biomasse-Rohstoffen begrenzt wird.

Bearbeitet von Natania Lyngdoh, Induportals-Redakteurin, mit Unterstützung von KI.

www.bmwgroup.com

  Fordern Sie weitere Informationen an…

LinkedIn
Pinterest


Passwort vergessen?

Nehmen Sie an unseren 155000 IMP Followern teil