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Energieflexible Trocknungssysteme für die Automobilindustrie
Dürr führt die Qflex-Technologie und das Ofensystem EcoSmartCure ein, um flexible Energieversorgung und präzisere Temperatursteuerung in automobilen Lacktrocknungsprozessen zu ermöglichen.
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Dürr hat ein neues energieflexibles Ofenkonzept für Automobillackierereien vorgestellt, das die Trocknungsöfen vollständig von der jeweiligen Wärmequelle entkoppelt. Das System kombiniert eine zentrale Heiztechnologie mit einer modularen Energiearchitektur, sodass Fahrzeughersteller zwischen Erdgas, Strom und künftig auch Wasserstoff wechseln können, ohne bauliche Änderungen am Ofen vornehmen zu müssen.
Die Technologie richtet sich an Automobilhersteller, die auf volatile Energiepreise, strengere CO₂-Vorgaben und steigende Anforderungen an die Versorgungssicherheit reagieren müssen. Das Konzept wird für die Ofensysteme EcoInCure und EcoSmartCure eingesetzt und eignet sich sowohl für Neubauten als auch für die Modernisierung bestehender Lackieranlagen.
Zentrale Heizarchitektur ermöglicht flexible Energiequellen
Konventionelle Trocknungsöfen in Automobillackierereien sind üblicherweise auf eine feste Heiztechnologie ausgelegt. Dadurch entstehen Einschränkungen, wenn sich Energiepreise oder Versorgungsbedingungen verändern. Die Qflex-Technologie von Dürr ersetzt dieses Prinzip durch ein zentrales Heizmodul, das thermische Energie über einen variablen Heizkreislauf bedarfsgerecht an einzelne Ofenzonen verteilt.
Das eigenständige Heizmodul kann mit unterschiedlichen Energiequellen betrieben werden, darunter Erdgas und elektrische Energie. Auch eine spätere Integration von Wasserstoff ist vorgesehen. Wenn Betreiber beispielsweise auf selbst erzeugten Solarstrom umstellen möchten, muss lediglich das Heizmodul angepasst werden, während die Ofenstruktur unverändert bleibt.
Nach Angaben von Dr. Heiko Dieter, Produktmanager bei Dürr, soll das Konzept Produktionsrisiken reduzieren, die durch kurzfristige Unterbrechungen der Energieversorgung oder starke Preisschwankungen entstehen können. Die Architektur unterstützt zudem hybride Energiesysteme, die automatisch die wirtschaftlichste Energiequelle abhängig von Tageszeit und Strompreisen auswählen können.
Darüber hinaus ermöglicht die Qflex-Technologie die Integration elektrischer Hochtemperaturspeicher, um thermische Energie zwischenzuspeichern und später im Produktionsprozess zu nutzen.
EcoSmartCure verbessert Temperaturregelung durch Stop-and-go-Prinzip
Dürr konzentriert sich künftig auf zwei energieflexible Ofensysteme: den Querdurchlaufofen EcoInCure und den neu entwickelten Längsdurchlaufofen EcoSmartCure.
Das System EcoInCure wird bereits in mehr als 30 Lackieranlagen weltweit eingesetzt und ist auf hohe Prozesssicherheit, schnelle thermische Reaktion und konstante Lackqualität ausgelegt.
Der EcoSmartCure basiert auf einem Stop-and-go-Betriebsprinzip innerhalb eines Längsdurchlaufkonzepts. Im Gegensatz zu herkömmlichen kontinuierlichen Trocknungsprozessen durchläuft die Fahrzeugkarosserie definierte stationäre Phasen, in denen die Wärme gezielt auf bestimmte Bereiche aufgebracht wird.
Dieses Verfahren ermöglicht eine präzisere Temperatursteuerung und reduziert unnötige thermische Belastungen. Besonders bei dickeren Bauteilen von Elektrofahrzeugen, etwa den Seitenschwellern, kann eine ungleichmäßige Erwärmung die Lackqualität beeinträchtigen oder Materialspannungen verursachen.
Durch die gezielte Wärmeverteilung wird die thermische Belastung der Karosserie reduziert und gleichzeitig die Gleichmäßigkeit der Lackierung verbessert.
Kompakte Bauweise erleichtert Modernisierung bestehender Werke
Beide Ofensysteme verfügen über ein kompaktes einstöckiges Design, das keine zusätzlichen Ebenen für Versorgungseinheiten benötigt. Dadurch reduziert sich der Platzbedarf, was die Integration in bestehende Produktionsgebäude erleichtert.
Dürr positioniert die Systeme insbesondere für Brownfield-Modernisierungen in bestehenden Automobilwerken. Die kompakte Bauweise soll sowohl Investitionskosten als auch laufende Betriebskosten reduzieren und gleichzeitig die Umrüstung bestehender Lackieranlagen vereinfachen.
Der EcoSmartCure befindet sich derzeit in der industriellen Erprobung. Nach Angaben von Dürr laufen bereits zwei Kundenprojekte, was auf ein frühes Interesse der Automobilindustrie an flexibleren Lackier- und Trocknungsprozessen hinweist.
Zusätzlicher Kontext: Dieser Abschnitt enthält technische Spezifikationen und Wettbewerbsvergleiche, die in der ursprünglichen Produktankündigung nicht enthalten waren
Trocknungs- und Aushärtungssysteme für Automobillackierereien entwickeln sich zunehmend in Richtung elektrifizierter und energieflexibler Konzepte, da Hersteller ihre CO₂-Emissionen reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern möchten. Gasbeheizte Öfen dominieren zwar weiterhin viele Lackieranlagen, doch der Trend zu elektrifizierten Prozesswärmesystemen nimmt deutlich zu.
Vergleichbare Technologien werden unter anderem von Unternehmen wie Eisenmann, Geico und Saima Meccanica angeboten, die ebenfalls modulare Lacktrocknungs- und Aushärtungssysteme für die Automobilindustrie entwickeln. Zu den wichtigsten Vergleichskriterien zählen Energieverbrauch pro Fahrzeugkarosserie, Temperaturhomogenität, Prozesspräzision, Platzbedarf, Energieeffizienz und die Kompatibilität mit CO₂-armen Energiequellen.
Das Stop-and-go-Heizprinzip des EcoSmartCure unterscheidet sich von klassischen kontinuierlichen Ofensystemen durch eine lokal präzisere Wärmeführung. Ähnliche Ansätze werden zunehmend im Bereich der Elektrofahrzeugfertigung untersucht, da moderne Fahrzeugstrukturen mit unterschiedlichen Materialien und dickeren Komponenten höhere Anforderungen an die thermische Prozesskontrolle stellen.
Energieflexible Industrieöfen gewinnen zudem an Bedeutung, weil Automobilhersteller ihre Lackieranlagen zunehmend mit digitalen Energiemanagementsystemen und Smart-Factory-Infrastrukturen verknüpfen, um Energieverbrauch und Produktionsprozesse dynamisch an Marktpreise und die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien anzupassen.
Bearbeitet von Sucithra Mani, Induportals-Redakteurin – adaptiert durch KI.
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